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Gemeinde

Die Gemeindekonzeption

Im September 2014 wurde vom Presbyterium die neue Gemeindekonzeption beschlossen. Sie ersetzt damit die alte Konzeption aus dem Jahr 2006.
In Artikel 7,4 der Kirchenordnung steht: „Die Kirchengemeinde soll eine Gesamtkonzeption gemeindlicher Aufgaben erstellen. An der Planung sind die Mitarbeitenden zu beteiligen. Die Konzeption soll in regelmäßigen Abständen überprüft und fortgeschrieben werden.“
Nach intensiver Vorarbeit und Beratung (Presbyteriumswochenende, Konzeptionstag mit Mitarbeitenden und Gemeindemitgliedern, Gemeindeversammlung) wurde die Konzeption 2014 fertig gestellt und verabschiedet.

Gemeindekonzeption der Ev. Luther – Kirchengemeinde
(Stand: September 2014)

Unser Selbstverständnis:

1. Grundlage für all unser Reden und Tun ist die Orientierung an der biblischen Botschaft.
Wir halten uns an die Zusage, dass wir nicht nur aus uns selbst heraus leben, sondern von einem Gott begleitet und getragen werden, der mit seinen Kräften für uns da ist.
In unserer Suche nach guten Wegen, fragen wir nach Gottes Weisungen und Maßstäben für gelingendes Leben.

2. Als Gemeinde sind wir ein einladender Raum,
a. in dem alle Menschen mit ihren unterschiedlichen Möglichkeiten, Glaubensvorstellungen und Lebensgeschichten angenommen und respektiert werden,
b. in dem Menschen ein Zuhause finden und sich wohl fühlen können,
c. wo Menschen sich ausprobieren und entwickeln können,
d. wo Menschen Stärkung erfahren,
e. wo eine Auseinandersetzung mit Fragen des christlichen Glaubens stattfinden kann.

3. Gemeinde ist kein fertiges Gebäude.
Wir bleiben immer Fragende und Suchende.
Wir machen Fehler. Wir leben in einer Gesellschaft, die sich ständig verändert.
Wir müssen uns immer wieder selbst befragen in dem, was wir sagen und tun und neue Wege suchen.

4. Wir sind als Gemeinde Teil einer weltweiten Gemeinschaft.
Wir sind nicht allein und müssen nicht alles allein tun.
Das entlastet uns als Gemeinde.
Das stellt uns zugleich die Aufgabe, über unsere Gemeindegrenzen hinaus zu denken, Verantwortung für die Gestaltung einer Welt des Friedens und der Gerechtigkeit zu übernehmen, nicht nur sich selbst, sondern auch die anderen wahrzunehmen.

Dies setzen wir in folgenden Bereichen um:

1. Gottesdienst und Kasualien

Gottesdienste, Andachten und Kasualien (Taufe, Trauung, Beerdigung) sollen für alle verständlich, transparent und lebensnah sein.
Dies geschieht, indem wir uns einer verständlichen Sprache bedienen und die Lebenssituation der Zuhörenden ernst nehmen. Dazu gehört auch die Beteiligung von Presbyterinnen und Presbytern, von Gemeindegruppen und weiteren interessierten Menschen an den Gottesdiensten.
Durch besonders gestaltete Gottesdienste sollen auch junge Familien mit Kindern angesprochen werden (Familiengottesdienste, Krabbelgottesdienste, Kindergottesdienst, Kindergartengottesdienste usw.) Neue Formen (z.B. „Kirche-anders“ -Gottesdienste) sollen kirchenfernere Menschen ansprechen.
Das Presbyterium begleitet die Gestaltung von Gottesdiensten und Kasualien.
Der Ausschuss für Theologie und Gottesdienst leistet dazu die entsprechende Vorarbeit.

2. Diakonie, Seelsorge und Besuchsdienst

Als Gemeinde bieten wir Seelsorge an, die in erster Linie von den Pfarrerinnen und Pfarrern in Beratung, Gespräch und diakonischer Hilfe und in Zusammenarbeit mit Einrichtungen der Diakonie und Stadt wahrgenommen wird. Für Senioren ab 70 bieten wir einen Besuchsdienst durch ehren- und hauptamtliche Mitarbeitende an.
Es ist unser Ziel, neue ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die beiden Besuchsdienstkreise in der Gemeinde zu gewinnen. Die Besuchsdienstkreise treffen sich regelmäßig, um sich ihres christlichen Auftrags zu vergewissern, um Erfahrungen auszutauschen und um die Arbeit zu koordinieren. Mit den ehrenamtlich Mitarbeitenden finden besondere Schulungen in Form von Freizeiten statt.
Der Besuchsdienst ist eine sinnvolle Möglichkeit, um auf die Menschen zuzugehen.
Für uns sind auch unsere offenen Angebote (Büchercafé, Seniorentreffs, Frühstückskreis, Kirchencafé) Räume der Begegnung, wo Menschen sich austauschen können, Kontakte schließen, Stärkung und Hilfe im Alltag erfahren können.
Die Arbeit wird vom Diakonieausschuss begleitet.

3. Öffentliche Verantwortung und Ökumene

Die Gemeinde steht zu ihrer Verantwortung gegenüber den Menschen in Kirche und Gesellschaft. Das gilt für alle Lebensbereiche innerhalb der Gemeinde, der Kommune, unseres Landes und der Welt. Diese Verantwortung wird sichtbar in Veranstaltungen zu aktuellen Themen sowie entsprechenden Stellungnahmen, die sich am ökumenischen Prozess für „Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung“ orientieren.
Ein Ausdruck dieser Verantwortung ist die seit 1974 bestehende Partnerschaft mit der Gemeinde Soni/Tanzania.
Wir möchten den Kontakt und die Zusammenarbeit mit anderen Konfessionen und Religionen sowie anderen kirchlichen und nichtkirchlichen Einrichtungen und Initiativen verstärken.

4. Bildung und Erziehung

In dem Bereich Erziehung und Bildung wollen wir Familien und Kindern jeder Nation, Hautfarbe, Kultur, Religion und sozialer Herkunft Raum geben zum gemeinsamen Leben und Lernen.
In unserer Arbeit in allen Teilhandlungsfeldern (Eltern-Kind-Arbeit, Kindertageseinrichtungen, Familienzentrum, Konfirmandenunterricht) arbeiten wir religionspädagogisch und vermitteln christliche Traditionen.

4.1. Eltern-Kind-Arbeit

In der Eltern-Kind-Arbeit finden junge Eltern mit ihren Säuglingen und Kleinkindern einen Raum, in dem sie soziale Kontakte knüpfen können, verbunden mit Austausch, Informationen, Anregungen, Orientierung und Begleitung in schwierigen Fragen und Lebenssituationen.
Diese Arbeit wird überwiegend im Rahmen des Familienzentrums in Zusammenarbeit mit dem Evangelischen Familien- und Erwachsenen-Bildungswerk in Spiel- und PEKIP-Gruppen und den Baby-Cafés durchgeführt.

4.2. Kindertageseinrichtungen

Kinder und Familien jeder Nationalität, Hautfarbe, Kultur, Religion, sozialer Herkunft finden einen Raum zum gemeinsamen Leben und Lernen. Dazu gehören auch Kinder, die im emotionalen, sozialen und körperlichen Bereich besonderer Förderung bedürfen.
Die religionspädagogische Arbeit umfasst die Vermittlung christlicher Tradition (biblische Geschichten, Feiern der Feste im Kirchenjahr, Kindergartengottesdienste). Die biblische Botschaft soll in das alltägliche Leben einfließen (Gebete, gewaltfreie Konfliktlösungen usw.).
Die beiden Kindergärten (Kita Bermensfeld und Oberlin-Kita) sind Einrichtungen der Gemeinde. Dies wird durch alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den Eltern und Kindern bewusst gemacht und z.B. durch die Mitarbeit bei Gemeindeveranstaltungen sichtbar.
Das Presbyterium beschließt die Aufnahmekriterien und begleitet durch die Kindergartenräte die Arbeit.

4.3 Familienzentrum

Das Familienzentrum bietet im Rahmen der KiTas unterstützende Angebote und Hilfestellung bei der Erziehung. Dabei findet eine Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Kooperationspartnern statt (Beratungsstelle, FEBW, RAA, Stadt Oberhausen).
Die „Leitungsgruppe Familienzentrum“ organisiert und koordiniert die Angebote und verwaltet die Mittel, die für die Arbeit des Familienzentrums zur Verfügung stehen.

4.4 Kirchlicher Unterricht

Im kirchlichen Unterricht werden Jugendliche auf die Konfirmation vorbereitet. Dabei wird ihnen neben biblischem Basiswissen die Bedeutung des christlichen Glaubens für das alltägliche Leben vermittelt und ihre spezifische Lebenssituation ernst genommen.
Dies geschieht in regelmäßigen Unterrichtstunden, Einzelprojekten und Freizeiten. Dabei werden die Eltern mit einbezogen. Die Beteiligung der Jugendlichen an Gottesdiensten und Gemeindeveranstaltungen, in denen sie ihre besonderen Gaben einbringen können, soll bei ihnen das Zugehörigkeitsgefühl zur Gemeinde stärken.
Durch die Einbeziehung haupt- und ehrenamtlicher Mitarbeiter der Jugendarbeit in den kirchlichen Unterricht stellen wir eine Verbindung zur gemeindlichen Jugendarbeit her.
Die Begleitung des kirchlichen Unterrichts erfolgt durch das Presbyterium und den Jugendausschuss.

5. Allgemeine Gemeindearbeit

Wir verstehen uns als einladende Gemeinde, die unterschiedlichen Menschen Raum bietet und sich auch um Nichtkirchgänger bemüht. Die Gemeinde ist Ort der Begegnung, des gemeinsamen Lebens, Lernens und Fragens und fragt Menschen nach ihren Möglichkeiten sich einzubringen.

5.1 Kinder

Die Arbeit mit Kindern ist geprägt durch Offenheit für alle Kinder des Sozialraums, unabhängig von Religion und sozialer Herkunft. Dabei stehen die Bedürfnisse der Kinder im Vordergrund.
Offener Kindertreff, Gruppenarbeit, Freizeiten und Ferienaktionen werden durch pädagogisch qualifizierte hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und durch geschulte ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angeboten.
Im Kindergottesdienst, im Familiengottesdienst und bei der Kinderbibelwoche, bzw. den Kinderbibeltagen, werden Kinder mit biblischen Themen und Geschichten vertraut gemacht.
Mit den Grundschulen wird in unterschiedlichen Bereichen und Projekten zusammen gearbeitet (Schulgottesdienste, Kontaktstunde).
Begleitet wird die Arbeit mit Kindern vom Jugendausschuss.

5.2 Jugend

Die Angebote in der Jugendarbeit richten sich an alle Jugendlichen im Sozialraum, unabhängig von Religion und sozialer Herkunft. Die Gemeinde will für Jugendliche in schwierigen Lebensphasen Ansprechpartner sein und ihnen Raum geben, sich in die Gemeinde einzubringen (Ideen, Aktionen, Mitarbeit).
Die Jugendarbeit wird im Rahmen eines Verbundes mit den Nachbargemeinden (Markus-Kirchengemeinde, Christus-Kirchengemeinde) durchgeführt.
Die Jugendarbeit geschieht durch haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende in offenen Angeboten, Gruppen und Projektarbeit.
Eine Vernetzung mit Kooperationspartnern im Sozialraum findet statt.
Der Jugendausschuss begleitet diese Arbeit.

5.3 Erwachsenenarbeit

Die Arbeit mit Erwachsenen ist geprägt von niedrigschwelligen Angeboten, die ein unverbindliches Kennenlernen der Gemeinde ermöglichen und einen lockeren Kontakt herstellen.
Niedrigschwellige Angebote (Gartentreffs im Sommer, Partys, Cafés, Konzerte usw.) sollen Menschen ansprechen, die nur einen geringen Bezug zur Kirche und zur Gemeinde haben. Die Angebote sollen so offen sein, dass Menschen die Gelegenheit haben, sich einzubringen. Die Angebote werden ehren- und hauptamtlich organisiert und durchgeführt
Auch andere Bereiche der Gemeindearbeit (z.B. Chöre, Basarkreise, Gemeindetreff, Eltern-Kind-Arbeit) verstehen wir als Angebote an Erwachsene.
Die Begleitung der einzelnen Veranstaltungen erfolgt durch die Ausschüsse des Presbyteriums und durch Gemeindegruppen.

5.4 Senioren

Die Seniorenarbeit soll gemeinschaftsfördernd und generationenübergreifend sein.
In regelmäßigen und sporadischen Veranstaltungen wird auf die Bedürfnisse älterer Menschen eingegangen. Sie werden ermutigt, ihre Talente in die Gemeinde einzubringen und Angebote selber zu gestalten (Altenstube, Frühstückskreis).
Fahrten und Freizeiten werden organisiert. Durch Besuche wird auf die Menschen zugegangen und sie werden in die Gemeinde eingeladen.
Die Angebote fördern soziale Kontakte und die Mobilität älterer Menschen (z.B. Gymnastikgruppen).
In den beiden Seniorenheimen im Bereich unserer Gemeinde gestalten wir regelmäßig Gottesdienste.
Die Begleitung dieser Arbeit erfolgt durch den Diakonieausschuss, die Besuchsdienstkreise und Gemeindegruppen.

6. Kirchenmusik und kulturelle Angebote

Die musikalische Gestaltung von Gottesdiensten, Andachten und Kasualien ist für uns ein wichtiger Teil der Gemeindearbeit. Darüber hinaus wollen wir mit dieser Arbeit auch Menschen erreichen, die ein eher distanziertes Verhältnis zur Kirche haben.
Die Arbeit wird im Wesentlichen von ehrenamtlichen Gruppen (Chor, Orchester, Marimba-Gruppen) getragen und vom nebenamtlichen Kirchenmusiker begleitet.
Für einzelne kulturelle Projekte (Ausstellungen, Konzerte, Theaterprojekte) werden auch externe Gruppen und Künstlerinnen und Künstler gewonnen. Dabei kooperieren wir mit anderen Institutionen (z.B. Theater, Musikschulen, Falkenstein-Grundschule, Bertha-von-Suttner-Gymnasium) im Rahmen unserer Möglichkeiten.
Das kulturelle Angebot wird durch Vermietungen der Kirche an kommerzielle Veranstalter und Konzertanbieter erweitert.
Die Planung und Begleitung erfolgt durch den kirchenmusikalischen Ausschuss, die Kultur-AG, das Presbyterium und dem nebenamtlichen Kirchenmusiker.