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Zukunftsfähigkeit des Kirchenkreises Oberhausen (2)

Der Kreissynodalvorstand informiert zum Projekt „Zukunftsfähigkeit des Kirchenkreises Oberhausen“ und zur Arbeitsgruppe „Evangelisch in Oberhausen 2030“

 

Liebe Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinden in Oberhausen,

ja, Sie lesen richtig – das eine Projekt ist noch nicht beendet, da hatte die Synode im letzten Herbst schon eine neue Arbeitsgruppe auf den Weg gebracht. Warum das?

Das Projekt zur Zukunftsfähigkeit hatte, wie berichtet, alle Organisationseinheiten und Einrichtungen auf Kirchenkreisebene mit dem Ziel der Optimierung unter die Lupe genommen. Als Ergebnis wurden für die Verwaltung und das Familienbildungswerk Gespräche über eine Zusammenarbeit mit unserem Nachbarkirchenkreis An der Ruhr (Mülheim) aufgenommen; im Bereich der Diakonie reden wir mit anderen evangelischen Trägern in Oberhausen über eine stärkere Zusammenarbeit. Diese Gespräche dauern an und werden wohl im nächsten Jahr zu ersten entscheidungsreifen Vorschlägen führen.

Parallel wurden Verhandlungen mit den staatlichen Organen aufgenommen, um für unsere Einrichtungen eine den aktuellen Kosten entsprechende Refinanzierung zu erreichen. Hier sind wir auf einem guten Weg und zuversichtlich, dass die Ergebnisse uns genügend Zeit verschaffen, um weitere Neuordnungen in Ruhe anzugehen.

Für diese Neuordnungen wurde die Arbeitsgruppe „Evangelisch in Oberhausen 2030“ von der Synode eingesetzt, in der alle Gemeinden vertreten sind. Ja, uns ist bewusst, viele Gemeinden haben schon deutliche Veränderungs- und damit auch Sparprozesse hinter sich, andere Gemeinden haben sich jüngst auf den Weg gemacht und sitzen zu Fusionsgesprächen zusammen. Die Presbyterien haben unendlich viel Kraft investiert, schwerfallende und schmerzliche Entscheidungen getroffen und teilweise auch den Unmut so mancher Gemeindemitglieder auf sich genommen. Abschiede und Einschränkungen betreffen Sie alle und tun weh.

Doch in den Diskussionen des letzten Jahres wurde deutlich, dass ein Optimieren innerhalb der Gemeinden endlich und teilweise auch nicht ideal ist. Oberhausen ist räumlich gesehen der zweitkleinste Kirchenkreis und so macht es Sinn, eine ganzheitliche Perspektive auf die Evangelischen  Einrichtungen und Gemeinden in Oberhausen einzunehmen. Dazu die neue Arbeitsgruppe.

Als Hintergrundinformation hier ein paar Rahmendaten: Die Zahl der Gemeindemitglieder wird nach der Hochrechnung von heute rund 52.000 auf unter 45.000 fallen.

Die Arbeitsgruppe ist im Februar gestartet und hat sich zunächst als Gruppe formiert, kritische Punkte der Zusammenarbeit der Gemeinden untereinander und mit dem Kirchenkreis gesammelt und vor allem Spirituelle Leitgedanken als Basis für den Prozess erarbeitet. Denn Geld zu sparen und zukünftig mit den Kräften und Talenten von Pfarrer*innen, Haupt- und Ehrenamtlichen sorgsamer umzugehen, ist der Auslöser und wichtig, aber nicht das eigentliche Ziel der Arbeit. Wir wollen verstärkt in den Blick nehmen, was von Gott her unser Auftrag als Kirche ist – nämlich Jesus nachzufolgen und auch andere Menschen zu befähigen, sich in Jesu Nachfolge zu begeben, mit Wirken in der Gemeinschaft und für die Welt, jede und jeder nach ihren / seinen Fähigkeiten. Bisher haben sich die Pfarrer*innen leider sehr mit Organisationsaufgaben befassen müssen und hatten weniger Zeit für ihre Kernaufgaben Seelsorge und Verkündigung.

Wir haben uns mutig vorgenommen, in der nächsten Synode im November 2019 einen ersten Entwurf zur künftigen Struktur evangelisch-kirchlicher Arbeit in Oberhausen zur Diskussion zu stellen. Denn was nützt es, immer nur das absolut Notwendige zu verändern – und dann in wenigen Jahren wieder vor derselben Aufgabe zu stehen, dann aber schon mit deutlich weniger Ressourcen. Wir wollen mutig sein und kreativ und nach bestem Gewissen für die gemeinsame Aufgabe und nicht für den jeweils eigenen Kirchturm denken. In den Synoden in 2020 soll dann die neue Zielrichtung verabschiedet werden.

Sie alle sind eingeladen, sich zu informieren und Ideen, Fragen oder Wünsche zu äußern. Beteiligen Sie sich, helfen Sie mit, beten Sie mit, dass wir den richtigen Weg finden, um als Evangelische Kirche in Oberhausen weiterhin Salz der Erde und Licht der Welt zu sein. Sprechen Sie mit Ihren Pfarrer*innen und Presbyter*innen oder mailen Sie an zukunft@kirche-oberhausen.de.

Ihr Superintendent

Joachim Deterding